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24 - das handygesetz directed by Mariola Brillowska play clip

Geschichte

Das Problem der Arbeitslosen liegt mehr in zu viel Freizeit als im Geldmangel. In der Zukunft wird ein Arbeitsloser zum Unternehmer, weil er seine Freizeit vermarkten wird. Per Handy verkauft er an die Wissenschaft Daten über seine Verhaltensweisen und Körperfunktionen. Je mehr sich ein Arbeitsloser beschäftigt, desto größer ist sein Angebot.

Realisation

Aus dem All und Off stellt die Präsidentin des Vereinigten Universums ihr neuestes Handygesetz. Die Rede der Präsidentin wird mit narrativen Zeichentrickfilmszenen illustriert.

Czesc. Mein Name ist SUPER LOVESKA. Ich bin die Präsidentin des Vereinigten Universums. Ich erfinde die Gesetze für die Zukunft. Mein Handygesetz wird die Erwerbslosigkeit modernisieren. Alle Betroffen erhalten ein kostenloses Handy und können ab sofort umsonst weltweit telefonieren. Als Gegenleistung müssen sie das Handy Tag und Nacht am Körper tragen. In dem Gerät befinden sich mehrere Sensoren zur Messung der Körperfunktionen. Diese Daten dienen der Wissenschaft. Sie werden von Soziologen zur Erforschung der Verhaltensweisen der Arbeitslosen ausgewertet. Für jede Funktion, die der Arbeitslose der Forschung zur Verfügung stellt, erhält er vom Netzbetreiber Freiminuten. Diese kann er vertelefonieren oder auf dem Aktienmarkt anbieten. Der Arbeitslose wird auf diese Weise zum Unternehmer. Mit der Beobachtung seiner Fortbewegungsfunktionen kann er gerade die Mietkosten eines Studentenzimmers tragen. Um eine Dreizimmerwohnung bezahlen zu können, muß der Arbeitslose zusätzlich seine Trink- und Eßgewohnheiten per im Handy eingebautem Geschmackstester kontrollieren lassen. Im Handy befindet sich ein auf die Verfärbung von Lackmuspapier reagierender Sensor. Eine Kartusche mit Vorratsblättchen ist ganz einfach auszutauschen. Damit wäre die Miete für einen Familienarbeitslosen gedeckt. Die Lebensmittelkosten könnten mit der Freigabe der Informationen über Körperausscheidungen beglichen werden. Die Beobachtungen des Verhaltens würden Einnahmen für Kleidung und Luxusartikel bringen. Die Zigaretten- und Alkoholindustrie würde selbstverständlich die Kosten für den Konsum ihrer Produkte übernehmen. Nimmt der Arbeitslose irgendeine Arbeit an, was man durch Kontrolle seiner Funktionen auswerten kann, ohne daß er die Beschäftigung melden muß, bekommt er einen Bonus und kann in Urlaub fahren. Dort kann sich sein Geld noch mal vermehren, wenn der Arbeitslose die vom Urlaubsort geführten Telefongespräche gewissen Reisemarktforschern zur Verfügung stellt. Alles, was der Arbeitslose macht und erlebt, kann er der Sozial- und was er verspeist und ausscheidet der Pharmaforschung anbieten. Ein kranker Arbeitsloser ist genauso wertvoll wie ein fauler Sack. Ein sturer Informationsverweigerer ist dagegen arm dran. Benutzt er aber überhaupt kein Handy, muß der Staat die Lebensmittelkosten jenes Delinquenten aus dem Fonds der Pflegeversicherung übernehmen. Dafür wird er von den Handyarbeitslosen schief angesehen. Diese Budgets sind für Komakranke bestimmt. Viele Handyarbeitslose schuften wie die Tiere, um einmal vor Kollaps in Koma zu fallen. Als Komakranker muß ein Arbeitsloser überhaupt nichts tun. Die Informationen verkaufen sich wie von selbst. Die Handyarbeitslosen schließen die Komafallverträge natürlich schon vor dem Kollaps ab, per Handy.