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15 - Art-übergreifende-Wanderwege play clip

provided by Alice Stepanek & Max Victoria

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Wir wohnen in einem Hochhaus im 39. Stockwerk und haben einen phantastischen Ausblick über die Stadt und Umgebung von Köln. Direkt vor dem Haus befindet sich der zoologische Garten, deshalb sehen wir tagein tagaus die Gehege und deren Insassen. Im Laufe der Zeit entstanden Gedanken, Vorstellungen zur Veränderung und Entgrenzung der bestehenden Situation.

Das Konzept der zoologischen Gärten stammt noch aus der Zeit des Kolonialismus und hatte sich aus den damals angelegten Sammlungen von Exotika entwickelt. Anfangs stellte man sogar Menschen aus, man verstand deren Sprache nicht und fühlte sich so berechtigt sie als Kuriosum vorzuführen und quasi zu inhaftieren. Inzwischen verstehen wir sogar Ansatzweise die Sprache der Tiere, können deren Wahrnehmung und folgende Emotionen aufzeichnen und messen, stellen fest, dass sie sich als Bild- z.B. im Kernspin.- nicht wesentlich von den menschlichen Gehirnaktionen unterscheiden. So müsste sich eigentlich auch das antiquierte Konzept der Zoos- gefangen halten von Andersartigen- langsam auflösen, verwandeln.

Wir schlagen also vor, am Beispiel Köln, die Grünzonen durch Hecken gefasste Wege zu verbinden, die Straßen und Flüsse mit Überführungen zu überbrücken. Die Pflanzungen werden den Vorlieben der Arten die sie benutzen werden angepasst, Rundwanderwege entstehen. Zuletzt werden die Mauern der Gehege zu den Wegen geöffnet und die Tiere werden sich in dieser neuen Struktur, zwischen unserem urbanen Raum, bewegen können. Für die Raubtiere würde ein paralleles Wegesystem entwickelt werden. Der begleitende und beobachtende Mensch wird sich auf den Wegen mitbewegen können - oder an denen, der für sie gefährlichen Tiere, auf Aussichtstürmen Ausschau halten. Er wird eine andere Freude empfinden, an Wesen die aus selbst gefassten Entschlüssen mal an einem Parkbaum knabbern sich am Rheinufer suhlen, im Grüngürtel galoppieren oder ähnliches tun.

Die Zoos anderer Städte werden irgendwann dem Beispiel folgen und eigene Wege entwickeln, die werden über die Städte hinausführen und sich irgentwo kreuzen, die Tiere werden sich unterwegs treffen, der Genpool wird erweitert und stabilisiert; sodass sich dann doch das Versprechen der Zoos, sie dienten der Arterhaltung, irgendwann einlösen wird.

Zuguterletzt führen die Wege die Tiere zurück zu den ihnen entsprechenden Klimazonen. Auch die begleitenden Personen werden die Zonen vielleicht mal wechseln wollen, es wäre sehr absurd, wenn der Elefant oder der Pinguin eine Grenze überschreiten darf und sein Pflegepersonal wegen inadäquater Dokumente aussenvor bleiben müßte!

So würden auch diese Art Grenzen schlussendlich dann wieder rein theoretische...

Bild: Zebrastreifen

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